Fund-Tier. Was tun?
Liebe Besucher und Freunde von Tierheim Niedergrafschaft.
Gestern haben wir es schon angekündigt und heute werden wir einmal verschiedene Themen im Bezug auf insbesondere Fund-Katzen/Kitten nehmen, die zum Teil den Ablauf beschreiben, zum Teil aber auch Dinge offenbart, die uns richtig auf den Senkel gehen. Deshalb werden wir in diesem Post etwas weiter ausschweifen und es wird ein paar Minuten dauern, diesen Text zu lesen. Eins vorab…. wir wollen niemanden Beleidigen, Denunzieren und werden auch keine Namen nennen, auch wenn wir tatsächliche Beispiele hier veröffentlichen. Doch nun zum Thema:
1. Fund-Katze, was tun? So lautet unsere Lektion Nummer 1. Und genau hier scheiden sich schon die Geister zwischen Annahme was mach ich jetzt, Tipps die man aus dem Internet bekommt und Dinge die man sich dann selber ausdenkt. Hier mal ein kurzer Leitfaden:
Ich sichte eine Katze – Ich beobachte, ob diese Alleine unterwegs ist oder vielleicht sogar Kitten hat – Ich Frage eventuell Nachbarn oder Anwohner, ob diese Katze bekannt ist – Ich teste, ob die Katze sich anfassen lässt oder eher Scheu ist und Kratzbürstig wird – Ich achte auf Dinge wie zum Beispiel war sie gerade trächtig und hat Milcheinschuss, ist sie trächtig, ist sie verletzt oder sonstiges – ich denke darüber nach, ob jemand in der Nähe einen Chip auslesen könnte (auch Tierärzte und Tierschutzvereine können das) – ich mache mir Gedanken wer dieses Tier aufnehmen könnte und was passiert, wenn dort kein Platz vorhanden ist und zu guter Letzt, ich melde das Tier dem Tierheim oder einem Tierschutzverein in der Nähe.
Mittlerweile hat es sich oft so eingespielt, das wenn man als Katze/Kater nicht bei drei auf den Bäumen ist, irgend jemand aus einem nahegelegenen Gebüsch gesprungen kommt und denkt, es sei wieder mal was einzufangen. Es wird nicht davor zurück geschreckt in fremde Gärten zu klettern um die dort ansässige Hauskatze einzufangen die gerade auf Freigang ist, illegale Futterstellen einzurichten um der eigenen Wahrnehmung entgegen zu treten, die gesichtete Katze wäre ja viel zu Dünn und muss Dringend fressen. Anschließend stellen wir dann fest, das wir eher einen verfressen dicken Kater Garfield abholen, der alles sollte außer noch mehr Lasagne in sich reinzuschieben. Katzen die gerade ihre Junge zur Welt gebracht haben und auf der Suche nach Futter sind, werden flugs eingefangen und bekommen dann anschließend eine Mastitis (Entzündung der Milchdrüsen), weil niemand die produzierte Milch abtrinkt und wartende Kitten haben urplötzlich keine Mama mehr und verhungern elendig im nächsten Gebüsch. Hauskatzen auf Freigang kommen nicht mehr nach Hause, weil sie entweder eingefangen wurden oder in der nächstgelegenen illegal eingerichteten Futterstelle verbleiben, weil es da besser schmeckt und immer Futter vorhanden ist, als wie im eigenen Zuhause. Oder rennen von haus zu Haus, weil es über den Tag verteilt dann 20 mal was zu futtern gibt und der eigentliche Besitzer sucht seine Katze, die eigentlich täglich nachhause gekommen ist. Und wenn er sie dann irgendwann wiederfindet, sieht sie eher aus wie jemand von den Fat Boys, als wie die Katze die er eigentlich vermisst. Der ein oder andere sollte sich mal hinterfragen….. will ich das jemand anders meine Katze andauernd füttert? Nein? Dann mach es selber auch nicht, wenn nicht unbedingt nötig!
Ganz toll ist auch, wenn jemand eine Rasse Katze findet (passiert in den letzten Wochen in Nordhorn und auch davor schon mehrmals) mit dieser zum Arzt geht ohne die Katze vorab zu melden, der Arzt stellt keinen Chip fest und man dann beschließt, ich lasse die Katze jetzt chippen und impfen, sonst noch irgendwie behandeln, registriere sie auf meinen Name oder verkaufe sie und melde mich dann im Örtlichen Tierheim und verlange die Kosten vom Tierarzt zurück, weil man hat sich ja um eine Fund-Katze gekümmert! Der Verbleib der Katze? Bisher auch nach Wochen ungeklärt. Das Tierheim wehrt sich weil der ganze Ablauf schon verkehrt war und dann rufe ich eben die Polizei an und zusätzlich die zuständige Vertragsgemeinde Nordhorn und beschwer mich auch da. Verbleib der Katze aber auch da ungeklärt! Mach ich da gerade Fund-Tier Unterschlagung und Sachbeschädigung an einem vielleicht nicht herrenlosen Tier? Egal. Nein, ich werde auch noch frech wie Rotz , behaupte Dinge die nie so gewesen sind, schreibe Negativ Rezensionen und was wissen wir, was hinter vorgehaltener Hand noch so läuft. Verbleib der Katze? Immer noch ungeklärt.
Nächstes Beispiel, nur wenige Wochen her:
Eine Dame die für sich meint sie wäre Tierlieb, richtet bei sich Zuhause oder in unmittelbarer Nähe eine illegale Futterstelle ein für eine Katze, die sie immer mal wieder bei sich laufen sieht und sie für Ihre Wahrnehmung zu dünn und hungrig hält. Wohlgemerkt, eine Katze! In den darauf folgenden Wochen und Monaten entwickelt es sich dann so, das aus einer hungrigen Katze mittlerweile 3-4 Katzen geworden sind und noch mehr Monate später, sind es mit den Kitten die geworfen wurden und man gerade noch so mitzählen kann, 25-30 Katzen geworden. Weil es gibt ja in der Nähe einen tollen Treffpunkt, wo es lecker Essen gibt, man Artgenossen trifft (kastriert oder unkastriert) und feucht fröhlich eine neue kleine Familie gründen kann. Unkontrolliert wohlgemerkt! Das ganze nimmt dann Überhand und nachdem man Monatelang (fast 1-1 1/2 Jahre) nichts unternommen hat außer zu füttern, denkt man dann urplötzlich das die Population dann doch ein wenig viel wird. Also was beschließt man dann? Richtig ihr ahnt es, man kontaktiert das Tierheim, beschwert sich über den Umstand das man jetzt Besuch von vielen Katzen bekommt und das muss jetzt sofort aufhören, beziehungsweise das Tierheim muss jetzt Finanziell unterstützend das Problem lösen. In Form von Kastrationen natürlich, die Kosten ja nichts. Und wir reden hier von einem Thema, was zwar in den letzten Wochen passiert ist, aber uns zuhauf schon auch anderswo in den letzten Jahren begleitet. Geht’s noch Leute, mag man da nur noch losbrüllen! Denke nur ich, dass da Leute irgendwas am Helm haben?
Nicht falsch verstehen, ich habe nichts gegen Futterstellen die von Tierschutzvereinen eingerichtet werden und dann auch kontrollieren, was da passiert und ein Auge darauf haben. Aber, und das ist auch so eine Sache, gibt es auch Tierschutzvereine die Leute dazu anraten, Futterstellen einzurichten um wilde Katzen anfassen zu können, nur um diese dann aus Kostengründen eher im Tierheim abzugeben, anstatt sich selber zu kümmern. Den eins ist Fakt, eine Wildkatze können wir nicht aufnehmen, da es Lebensgefährlich ist diese in einen Zwinger zu sperren. Ihr denkt nicht? Dann lade ich Euch gerne ein, mal in einen geschlossenen Zwinger zum saubermachen zu gehen, wenn da eine völlig verwilderte Katze drin ist. Sorry, aber da geh ich zu jedem Pitbull lieber rein. Verwilderte Katzen müssen eingefangen werden, beim Tierarzt kastriert werden und dann wieder an Ort und Stelle, oder auf einer Futterstelle ausgesetzt werden.
Wir als Tierheim haben uns sogar zur Aufgabe gemacht, dass wenn wir einen solchen Fall hier vor Ort haben, wir diese Katzen nicht nur kastrieren lassen, sondern auch Chippen. Der Chip wird dann bei Tasso registriert als Streuner Katze mit der Adresse, wo die Katze wieder ausgesetzt wird. Denn so vermeiden wir, das 20 mal die selbe Katze bei uns landet, weil irgendjemand mal wieder denkt er muss was mitnehmen/einfangen. Deshalb….immer Chip auslesen lassen!
Nächstes Beispiel: Was tun wenn die Katze verletzt ist?
Auch hier muss man ab und an mit dem Kopf schütteln. Beispiel: Jemand findet eine Fund-Katze und stellt fest diese ist eventuell verletzt. Er schnappt sich die Katze, geht damit ohne Meldung zum Tierarzt, dieser behandelt die Katze oder operiert sogar, der Finder holt die Katze wieder ab und stellt dann fest, das es dann eine nicht unerhebliche Rechnung gibt. Tja und nun steht der Finder vor dem Problem, dass er eigentlich nur helfen wollte und nicht Unsummen an Tierarztkosten begleichen will. Aber keine Angst….es gibt ja die Freundliche Tierarzt Sprechstundenhilfe, die eine rettende und zündende Idee hat: Rufen sie jetzt einfach das Tierheim in Wilsum an und verlangen dort die Kosten wieder, die sie jetzt bei uns vor Ort begleichen müssen. Ohne das die Katze vorab gemeldet wurde, ohne die Katze jemals gesehen oder gehört zu haben, ohne ein ok für eine Behandlung gegeben zu haben. Kein Thema, einfach anrufen.
Ich habe es mir auch zur Aufgabe gemacht, einmal die Woche zum Aldi einkaufen zu gehen und wenn ich bezahlen soll, dann sage ich einfach die sollen die Rechnung zu meinem Nachbarn schicken, weil der hat gesagt ich sehe was dünn aus und sollte dringend mal was essen! Also hat der mich ja quasi angestiftet dazu. Leute geht’s noch? Im Endeffekt wissen wir noch nicht mal, ob es überhaupt eine Fund-Katze war. Ich nehme auch meine Hunde wenn die was haben, gehe damit zum Tierarzt, behaupte das ist ein Fund-Hund und ruf dann ein Tierheim an was eigentlich in der Region zuständig ist und verlange die Kosten erstattet zu bekommen. Wurde die Katze als verletztes Fund-Tier gemeldet? Nein! Haben wir die Katze jemals gesehen? Nein! Denkt da ernsthaft jemand wir erstatten dann Kosten? Bestimmt nicht!
Und diese Verfahrensweise der Tierarzthelferin ist nunmehr schon mehrmals vorgekommen und das direkt bei zwei Tierärzten in unserer Grafschaft. Gelinde gesagt echt frech. Aber wir wissen von wo es kommt und schauen uns das aber nicht mehr lange so an!
Also wie verfahre ich denn nun?
Hier mal ein kurzer Auszug aus dem Internet:
So ist die rechtliche Lage geregelt:
Pflicht zur Hilfeleistung: Liegt ein akuter Notfall vor (z. B. ein angefahrenes Tier mit schweren Verletzungen), muss der Tierarzt das Tier medizinisch Erstversorgen oder im Extremfall erlösen, um Leiden zu mindern. Er darf die Hilfe nicht aufgrund ungeklärter Kostenfragen komplett verweigern.
Keine Gratis-Leistung: Erste Hilfe bedeutet nicht „kostenlose Hilfe“. Die entstandenen Kosten fordert die Praxis im Anschluss vom rechtmäßigen Kostenträger ein.
Der Kostenträger bei echten Fundtieren: Rechtlich gesehen führt der Tierarzt bei der Notfallversorgung eines Fundtieres ein Geschäft für die zuständige Gemeinde (Fundbehörde) aus. Die Praxis stellt die Kosten für die Notfallmedizin daher der Kommune nach der GOT in Rechnung.
Das Risiko für Finder: Bringt ein Finder das Tier eigenmächtig ohne vorherige Meldung zum Arzt, verweigern Behörden oft die Übernahme. In solchen Fällen verlangen Praxen das Geld vorab vom Finder, da dieser als Auftraggeber auftritt. Der Tierarzt hat einen Anspruch auf Bezahlung seiner Arbeit.
Seid ihr in unserer Nähe und könnt ohne Tierarztbesuch das Tier zu uns bringen, dann stellen wir die Erstversorgung sicher und stellen das Tier dann bei unserem Tierarzt vor. Anders verhält es sich, wenn Ihr mit einem stark verwundeten Tier erst einmal Stundenlang spazieren fahren müsst (Sinngemäß), um es zu uns zu bringen. dann geht vielleicht dringend benötigte Zeit fliegen, die man für die schnelle Behandlung bräuchte. Wie auch immer, dass Tier muss bei uns vorab gemeldet werden oder bei der zuständigen Samtgemeinde/Fundbüro. Nur wir und die Gemeinde stimmen einer bestimmten Behandlung zu und übernehmen dann auch die Kosten. Dies besprechen wir aber dann mit dem zuständigen Tierarzt. Wenn Ihr Eigenmächtig und ohne Absprache mit einem Tier zum Tierarzt fahrt, die Behandlung ohne Absprache in Auftrag gebt, ja dann bleibt uns leider nur übrig die Kosten hierzu abzulehnen. Und das wird dann letztendlich auch die Verantwortliche Gemeinde nicht anders handhaben.
Tja und dann haben wir noch das Thema Warteliste oder keinen Platz, wie bereits im Post gestern „1. Quarantäne voll!“ ersichtlich wird. Hierzu gibt es folgende Hinweise:
Wir als Tierheim haben für den Betrieb eines Tierheims eine §11 Erlaubnis beantragen müssen. Teil dieses Antragsverfahrens ist es, von Sämtlichen Zwingeranlagen, Häusern, Räumen etc. Grundrisse zu zeichnen, die genaue Größen der Häuser und Räume beinhalten. Anhand dieser Unterbringungsmöglichkeiten wird errechnet, wie viele Tiere man wo unterbringen kann und die genaue Anzahl pro Raum/Zwinger wird definiert und als Gesamtsumme in der §11 Erlaubnis fest verankert. Die Anzahl der Tiere richtet sich streng nach dem Tierschutzgesetz, welches vorschreibt wieviel Platz Tier xy braucht und vorgeschrieben ist. Diese Vorgaben ändern sich auch öfters mal und sind im Tierschutzgesetz öffentlich nachlesbar. Darüber hinaus gibt es in einem Tierheim bestimmte Quarantäne Auflagen, die man als Betreiber einhalten muss, zwingend sogar wenn es um Tiere von Außerhalb und deren Aufnahme geht. Das besagte Tierschutzgesetz steht in einem Betrieb eines Tierheims über allem und die Nichteinhaltung kann zum Entzug der §11 Erlaubnis führen. Zwar haben wir natürlich Verträge mit Gemeinden die uns zu Aufnahme von bestimmten Tieren verpflichtet, die Anzahl bestimmt allerdings unsere §11 Erlaubnis und keine Samtgemeinde. Hier mal ein grobe Richtlinie, die jedoch davon abhängig ist in welchem Zustand ein Tier eintrifft:
Katze: 7-10 Tage (wurde bereits von 14 Tagen herabgesetzt)
Hunde: Durch unbekannten Impfnachweis mindestens 21 Tage nach erfolgter Impfung (Aufbau des Impfschutzes)
Trächtige Katzen oder geborene Kitten: Mindestens 6-8 Wochen
Gerade bei Hunden ist das sehr schwer abzuschätzen, weil wir zuerst darauf warten müssen, ob der Hund einen Besitzer hat. Wir können nicht einfach nur weil ein Hund zum Beispiel nicht gechipt ist, diesen Hund sofort Chippen und Impfen lassen. Wir würden dann Sachbeschädigung an einer Sache machen (ja das heißt so) die Rechtmäßig jemand anderen gehört. Gerade deshalb kann es manchmal sein, dass ein Fund-Hund längere Zeit einen Quarantäne Platz blockiert, bis die Zuständigkeit geklärt ist.
Wenn dann wie zum Beispiel gestern vermeldet, urplötzlich aufgrund der vielen Kitten eine Quarantäne für mindestens 6-8 Wochen geschlossen ist, dann ist das leider so und wir haben da keinen Einfluss drauf. Es ist nicht möglich, mehrere Mama Katzen und deren Kitten zu vermischen, nur damit es dann mehr Platz gibt. Und vom Gesetzgeber her dürfen wir Katzen/Kitten noch nicht in irgendwelchen Schränken oder Schubläden horten, auch wenn der ein oder andere sich das wünscht. Aber hey… wir haben Stand jetzt 20 Kitten und ihre 5 Mamas gerettet und sorgen für ein späteres tolles Leben! Aber in der Öffentlichen Meinung scheint das nicht zu reichen. Wir wollen auch nach Möglichkeit alles und jedem helfen….geht aber leider nicht. Und nur da wir eine sehr hohe Vermittlungsrate haben (Respekt mal an die Grafschafter Katzenliebhaber) sind wir überhaupt in der Lage jedes Jahr so vielen Katzen und Kitten zu helfen. Aber egal was wir machen, egal wie viele Quarantäne Räume wir verwirklichen, wie viele Arztschränke wir kaufen, oder selbst Wintergärten in Eigenregie umbauen, Mobilheime kaufen um daraus ein Katzenhaus zu bauen und letztendlich jetzt wieder mit einem Umbauplan an unsere Vertragsgemeinden herangetreten sind, es ist scheinbar nie ausreichend, die Zahlen gehen Jahr für Jahr immer weiter nach oben und die Plätze sind immer zu wenig.
Aber wessen Problem ist das? Unseres als Tierheim, weil wir müssen ja aufnehmen können? Die Schuld der Gemeinden, denen in der öffentlichen Meinung scheinbar alles egal ist? Die der Tierschutzvereine die sich ja schließlich gegründet haben um zu helfen? Nein mein Lieben, das ist ein wenig zu einfach!
Die Schuld trifft die vermeidlichen Besitzer oder Tierliebhaber, die sich ein Tier anschaffen, denen aber die Kosten für Kastration und Chippen schlichtweg zu teuer ist. Die ohne zu Überlegen und völlig ohne Brain sich ein Tier zulegen, ohne sich über die Folgekosten Gedanken gemacht zu haben. Die, denen es völlig scheiss egal ist, was ihr unkastriertes Tier draußen da so treibt, wieviel Nachkommen dieses Tier innerhalb eines Jahres auf die Welt setzen kann, wie viele Krankheiten dieses Tier verteilen und so echtes Tier Leid verursachen kann. Diese Leute muss man mal kräftig rütteln und verzeiht mir den Ausdruck, mal feste in den Arsch treten. Das sind die Leute die die Kosten verursachen und auch übernehmen sollten, nicht wir, nicht die Ämter, Tierschutzvereine oder Finder!
Nicht wir, die alle Einnahmen außerhalb des Tierheim Betriebs (Pension und Hundeschule) seid über 4 Jahren zusätzlich wieder reinbuttern, weil wir sonst schon schließen hätten müssen. Nicht die Gemeinden, die jedes Jahr zigtausende Euros an uns und die angrenzenden Tierschutzvereine zahlen, nur um sich damit konfrontiert zu sehen, jedes Jahr ums neue um mehr Geld verhandeln zu müssen, weil wieder alles teurer geworden ist und zum Beispiel die Tierarztkosten durch die GOT Gebühren fast nicht mehr tragbar sind. Oder die Tierschutzvereine, die sich Privat und Ehrenamtlich Tag und Nacht um Tiere in Ihrem Bereich kümmern und von lachhaften Zuschlägen oder Spenden ihre Unkosten bestreiten. Wir alle sind dazu da, um Fehler und Ignoranz der sogenannten Tierliebhaber auszumerzen und der Dank ist noch mehr Beschimpfungen, Verarsche und Beleidigungen gepaart mit Unverständnis. Fangt mal da an, wo es nötig wäre und nicht bei denen, die alles versuchen gegen diese Umstände zu unternehmen!
Also, um zum Thema zurück zu kommen:
Wenn Ihr ein vermeintliches Fund-Tier seht oder findet, beachtet immer zuerst die Eingangs erwähnten Tipps. Und denkt darüber nach, was passiert wenn ich das vermeintliche Tier jetzt einsacke und das Tierheim hat dann keinen Platz zur Zeit. Gibt es eine Möglichkeit das Tier kurzzeitig woanders unterzubringen, gibt es einen Tierschutzverein in der Nähe der vielleicht helfen kann, habe ich die Möglichkeit das Tier eventuell kurzzeitig bei Verwandten oder bei mir selber zu isolieren (Schuppen/Keller/Sonstiges) bis das Tierheim wieder Platz hat? Das meine Freunde sind Fragen, die Ihr Euch vorab stellen müsst. Denn nicht immer kann sofortige Hilfe geboten oder erwartet werden. Zumeist sagen wir Euch bereits bei Meldung dann, wie lange es ungefähr dauern könnte.
Wir helfen auch gerne mit Katzen-Futter, Katzen Streu oder Tipps und Tricks in dieser Zeit aus. Aber bitte seid nicht böse oder versucht uns zu verarschen, wenn wir nicht umgehend mit einer Aufnahme helfen können.
Um eine Fund-Katze bei uns zu melden mit Bildern und Ort/Infos, könnt Ihr auch unsere neue Fund-Tier App nutzen. Diese findet Ihr als Browser Version auf unserer Homepage und auch mit der Anleitung, wie man die App auf dem Handy installieren kann. Dann können wir eventuell schon vorab bei Sichtung einen Post veröffentlichen und so sicherstellen, das niemand dieses Tier gerade vermisst.
So, ich hoffe ich konnte ein wenig mit ein paar Ausführungen Licht in das Dunkel bringen und Ihr seid mir nicht allzu böse, dass ich mal Stellvertretend für unser Tierheim hier Dampf ablassen musste. Wenn doch, dann kommt gerne mal persönlich vorbei, dann diskutieren wir das aus! Rechtsschreibfehler, falsch gesetzte Satzzeichen und sonstige Fehler könnt ihr behalten.
In diesem Sinne
Euer Tierheim Niedergrafschaft


